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Chronik des Sportvereins 1945 Etzelwang e.V.


 „Die eine Generation baut die Straße, auf der die nächste fährt.“ (aus China)
 

Bereits kurz nach Ende des Zweiten Weltkrieges trafen sich im Gasthof Pürner in Etzelwang sportbegeisterte junge Männer und beschlossen, einen Sportverein zu gründen. Dies war zur damaligen Zeit kein leichtes Unterfangen. Zur Gründung eines Vereins bedurfte es nämlich der Genehmigung der amerikanischen Militärregierung, die ihren Sitz in Sulzbach hatte.
 
Der damalige Leiter der Volksschule Etzelwang, Herr Walter Eichhorn, stellte daher am 8. November 1945 einen Antrag zur Gründung eines Sportvereins in Etzelwang an die Militärregierung, welchem schließlich stattgegeben wurde.
 
Nachdem die Formalitäten nunmehr erledigt waren, trafen sich am 07. Dezember 1945 23 Sportler und gründeten den Sportverein Etzelwang/Opf. Am 11. Januar 1946 wurde der Sportverein Etzelwang beim Bayerischen Landessportverband angemeldet. Auch seitens des BLSV wurde die Genehmigung zur Führung eines Sportvereins in Etzelwang erteilt.
 
Die ersten Fussballspiele mussten von den Sportkameraden mit Arbeits- oder Sonntagsschuhen geführt werden, da richtige Fussballschuhe schwer zu erhalten waren. Die Trikots bestanden anfangs nur aus schwarzen Hosen und weißem Unterhemd.
 
Schwierigkeiten ergaben sich auch bei der Beschaffung eines Geländes zum Bau einer Sportanlage. Zunächst wurden einige Spiele auf dem so genannten „Alten Sportplatz“, dem heutigen Baugebiet Schlossblick, ausgetragen. Bald stellte sich jedoch heraus, dass dieses Gelände keineswegs den Anforderungen eines ordnungsgemäßen Fussballplatzes entsprach. Daher wurden Verhandlungen mit dem Etzelwanger Gemeinderat geführt. Als Ergebnis wurde dem Sportverein Etzelwang ein Gelände „Im Winkel“ zur Verfügung gestellt wurde. Auf diesem Gelände befindet sich das Sportgelände des SVE noch heute, wenn auch mit wesentlichen Veränderungen. Anfangs genügte es den Sportkameraden jedoch, einige Felsbrocken zu entfernen, um eine spielgerechte freie Fläche zu erhalten.
 
Ab der Gründung hatte der Sportverein Etzelwang drei Fussballmannschaften, eine Erste, eine Zweite sowie eine Jugendmannschaft. Im Verlauf des Jahres 1946 kamen bereits weitere Sparten hinzu. Es entstanden die Abteilungen Schach, Tischtennis, Faustball, Schwimmen, Theater und Gesang. Im Jahr 1947 kam wurde dann auch eine Frauenhandballabteilung gegründet. Dies verdeutlicht, welch großes Interesse am Verein bereits in seinen Anfängen bestand. Leider gingen viele dieser Sparten mit der Zeit wieder unter.
 
Unsere Fussballmannschaft wurde 1946 in der Gruppe „Hersbruck-Pegnitzgrund“ zur Verbandrunde eingeteilt. In dieser Gruppe befanden sich Mannschaften wie der 1. FC Hersbruck, TSV Lauf, SK Lauf, ASV Auerbach und der 1. FC Pegnitz. Etzelwang war in dieser Gruppe der kleinste Verein, die Gegner hatten jedoch vor unsere Mannschaft großen Respekt.
 
1947 fand im Pegnitzgrund eine Neueinteilung der Vereine statt. Der SV Etzelwang wurde der B-Klasse zugeteilt. Zu dieser Zeit verließen viele Mannschaftskameraden den SV Etzelwang, um dem an ihrem Wohnsitz neu gegründeten Sportverein Hartmannshof beizutreten. Als Folge musste der SVE in der Spielsaison 1948/1949 aus der B-Klasse absteigen. Aber bereits nach einem Jahr kehrte die Mannschaft in die B-Klasse zurück.
 
Auch die Theatergruppe des Sportverein Etzelwang trat immer mehr in den Vordergrund. Es stellten sich jedes Jahr viele Vereinsmitglieder zur Verfügung, um unterhaltsame Theaterstücke aufführen zu können. Der verdiente Erfolg blieb nicht aus. Nach einem zwischenzeitlichen Ruhen erfreut diese Abteilung die Gemeinde jedes Jahr zu Weihnachten mit liebevoll einstudierten Vorstellungen.
 
Der Verein wurde mehr und mehr zu einer wichtigen Größe im gesellschaftlichen Leben der Gemeinde Etzelwang. Hierzu trugen auch zahlreiche und bis heute legendäre Veranstaltungen, beispielsweise zum Fasching, bei.
 
Im Jahr 1962 wurden auf dem Sportgelände begonnen, mit tatkräftiger Unterstützung vieler Sportkameraden erstmals Umkleidekabinen zu erstellen.
 
Dieses Sportheim wurde am 17. Mai 1964 eingeweiht. In seinem Bericht schreibt der damalige Vorsitzende Kurt Dressel zum nächsten Bild:
 
„Es ist soweit! Der Festzug, vom Dorfe kommend, hat den Aufgang zum Sportplatz betreten und begibt sich nunmehr in Richtung Platz. Im Hintergrund sind noch zwei Häuser unserer Ortschaft zu erkennen. Voran die Kapelle Peindl.“
 
Nachdem die Vorstandschaft die erforderlichen Genehmigungen besorgt hatte, wurde das Sportheim 1975/1976 wiederum durch Eigenleistung der Mitglieder vergrößert. Es wurden Duschräume angebaut, eine neue WC-Anlage errichtet und das Gebäude an die Strom- und Wasserversorgung angeschlossen. Auf welche Schwierigkeiten die freiwilligen Helfer dabei stießen und welche Auswirkungen die Arbeiten für die Bürger von Etzelwang hatten, schildert ein Bericht des damaligen Vorstandes Wilfried Schmidt: Im Frühjahr 1974 stieß der Bagger beim Ausheben des Grabens für die Versorgungsleitungen bereits nach 100 Metern im Bereich der Bahnunterführung auf Felsen. Dies bedeutete, dass der weitere Einsatz des Baggers nicht mehr möglich war und der Graben Stück für Stück mit dem Kompressor aus dem Fels gemeißelt werden musste. Wilfried Schmidt erzählt dazu: „Im Zusammenhang damit begann unsere Erfolgsserie mit dem Abreißen von Kabeln. Aufgrund der laienhaften Durchführung des ganzen Objektes wurde seitens des Vorstandes die Kabelführung für den Haupttelefonanschluss übersehen und abgerissen. Dies bedeutete ein telefonloses Wochenende für Etzelwang.“ Schließlich wurde von den Helfern ein Graben von mehr als 500 Metern Länge angelegt. Allein das Elektrokabel kostete damals bereits 9000 DM.
 
Für größere Schwierigkeiten sorgte dann noch die erforderliche Begradigung des Sportplatzes. Messungen ergaben, dass der bisherige Platz an seiner ungünstigsten Stelle ein Gefälle von 8,20 Metern aufwies. Deshalb überstieg das Ausmaß der mit der Begradigung verbundenen Erdbewegungen die Leistungsfähigkeit der Vereinsmitglieder. Aus dieser Notlage heraus wurde die Idee geboren, sich mit der Bitte um Unterstützung an die Bundeswehr und die US Army zu wenden. Durch die Vermittlung von Landtags- und Bundestagsabgeordneten gelang es, die 8551st Civilian Labor Group aus Grafenwöhr für das Vorhaben zu gewinnen. Vom 28. März bis Juni des Jahres 1975 führten die amerikanischen Einheiten die Rohplanie mit Hilfe von Räumfahrzeugen, Ladewägen und Grädern durch. Die Arbeiten am neuen Sportgelände zogen sich insgesamt über die Jahre 1973 – 1978 hin.
 
1971 gab sich der Verein eine neue Satzung, die von den Mitgliedern ohne Gegenstimme angenommen wurde. Im selben Jahr wurde eine Damen-Fussballabteilung gegründet.
 
Als im Jahr 1975 die Schulturnhalle in Etzelwang fertiggestellt wurde, wurde auch die zwischenzeitlich ruhende Tischtennisabteilung wieder ins Leben gerufen. Die Schulleitung ermöglichte der Abteilung die Nutzung der Halle für das Training sowie für die Teilnahme an der Verbandsrunde. Die Abteilung Tischtennis entwickelte sich im Laufe der Jahre zur einer der sportlich erfolgreichsten Untergliederungen des SVE.
 
In der Saison 1977/1978 gelang der ersten Fussballmannschaft der Aufstieg in die A-Klasse, wo sie sich bis zum Spieljahr 1984/1985 halten konnte.
 
In diese Zeit fiel auch die Gründung der Abteilungen Gymnastik, welcher sich Sportlerinnen und Sportler aller Altersklassen mit Begeisterung anschlossen und die Abteilung bis heute am Leben halten. Auch Kinderturnen konnte ab 1975 angeboten werden.
 
Als jüngste Abteilung kam 1994 die Sparte Tennis hinzu. Voraussetzung hierfür war der Bau von zwei Tennisplätzen auf dem bereits in den siebziger Jahren hierfür vorgesehenen Gelände. Diese wurden 1995 eingeweiht und im Juni 1999 mit einem Clubhaus erweitert.
 
Im März 1996 übernahm Gertraud Seitz den Vorsitz. Sie führte den Verein in den folgenden Jahren durch eine schwierige Zeit. Das Augenmerk ihrer Tätigkeit lag zunächst auf der Ordnung der Vereinsfinanzen. Schon bald darauf war es dem Verein möglich, den finanziellen Grundstock für den Bau eines neuen Sportheimes zu bilden.
 
Zunächst wurde das Sportgelände jedoch um einen Beach-Volleyballplatz ergänzt und der A-Platz durch die Mitglieder der Abteilung Fussball saniert.
 
Von der Abteilung Turnen konnte ab Februar 1998 ein Mutter-Kind-Turnen angeboten werden. Für unsere erwachsenen Mitglieder werden seit dieser Zeit die Kurse Aerobic und Wirbelsäulengymnastik angeboten.
 
Auf die Initiative der Vorsitzenden Gertraud Seitz organisiert der Verein zusammen mit den ortsansässigen Vereinen seit nunmehr zehn Jahren am 1. Advent den Etzelwanger Weihnachtsmarkt.
 
Im Jahr 2001 wurde mit der Planung des lange ersehnten neuen Sportheimes begonnen. Nachdem ein Bauplan erstellt und die Finanzierung sichergestellt war, begann die Phase der Umsetzung. Das alte Sportheim zeigte sich beim Abriss widerstandsfähiger als gedacht, wodurch sich die Arbeiten unerwartet in die Länge zogen.
 
Große Schwierigkeiten bereitet immer die Bahnunterführung, welche von modernen Baumaschinen nicht passiert werden kann. Es mussten und müssen daher immer wieder kreative Lösungen gefunden werden, um das erforderliche Maschinen- und Baumaterial herbeizuschaffen. Die Radlader und Bagger wurden über den Skilift und Felsenkeller an die Baustelle herangeführt. Der Beton für die Bodeplatte wurde mittels Pumpe durch die Unterführung gepumpt, wo ihn zwei Radlader aufnahmen und zur Baustelle transportierten. Das übrige Baumaterial wurde größtenteils im Dorf von Lastwagen auf Traktorenanhänger umgeladen. Die aufregendste Aktion stellt bislang die Lieferung der Betondecke dar, welche ebenfalls über den Felsenkeller angeliefert und von einem auf diesem Weg angereisten Kranwagen auf die Mauern gehoben wurde. Nachdem der Fahrer des Betonlastwagens diese Aktion beobachtete, traute auch er sich die Anfahrt über Stock und Stein zu. Dadurch blieb uns das erneute Umpumpen des Betons auf Radlader erspart.
 
Das Jahr 2005 ist für den Sportverein Etzelwang ein Jahr der Jubiläen. Nicht nur die Gründung des Vereins jährt sich zum sechzigsten Mal. Die Abteilungen Tischtennis und Gymnastik feiern dieses Jahr ihr 30-jähriges, die Abteilung Tennis ihr 10-jahriges Bestehen. Dies ist Grund genug, am Pfingstwochenende ein Fest für alle Mitglieder und Freunde des Vereins auszurichten.

SV 1945 Etzelwang e.V.
 Der Sportverein in Ihrer Gemeinde

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